Eine Kontrolle der Coronavirus-Pandemie durch Impfstoffe, die derzeit kurz vor der Zulassung stehen, ist erst im Verlauf des Jahres 2021 zu erwarten. Bis dahin müssen die SARS-CoV-2-Fallzahlen durch nicht-pharmazeutische Maßnahmen wie Kontaktreduzierungen, Hygienemaßnahmen und Fallverfolgung kontrolliert werden. Eine aktuelle Stellungnahme fordert, diese Maßnahmen europaweit zu koordinieren. So soll ein wiederholter Import von COVID-Infektionen zwischen verschiedenen Ländern vermieden werden. Dies ermöglicht es, die Grenzen zwischen den Ländern geöffnet zu lassen. Die Kernelemente des Positionspapiers sind es, rasch niedrige Fallzahlen zu erreichen, die Fallzahlen anschließend niedrig zu halten und eine gemeinsame, langfristige Vision zu entwickeln.
Das Positionspapier wurde von Dr. Viola Priesemann vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation initiiert und von 20 Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen verfasst. Darunter ist auch die Virologin Melanie Brinkmann, Leiterin der Forschungsgruppe "Virale Immunmodulation" am HZI und Professorin an der TU Braunschweig. Neben Brinkmann unterzeichneten Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer, Prof. Michael Meyer-Hermann, Abteilungsleiter „System-Immunologie“, Prof. Luka Cicin-Sain, Forschungsgruppenleiter „Immunalterung und Chronische Infektionen“ und Dr. Berit Lange, klinische Epidemiologin aus der Abteilung „Epidemiologie“ das Positionspapier.
Das Konzeptpapier erschien zuerst in der Fachzeitschrift The Lancet und wurde in weitere Sprachen übersetzt.
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